Material und Methoden

Im Regionalen Klinischen Krebsregister Dresden (RKKRD) werden seit 1993 Daten von Tumorpatienten aus dem Einzugsgebiet registriert. Seit 1996 kann von einem stabilen Registrierungsprozess ausgegangen werden, so dass nunmehr im RKKRD 180.922 Patienten (Männer: 93.349 und Frauen: 87.570) mit 221.303 Neuerkrankungen (männlich: 117.347 und weiblich: 103.956) erfasst sind (Stand: 01/2015).

Dieser Bestand an Registerdaten wird regelmäßig für ausgewählte Tumorlokalisationen getrennt nach Männern und Frauen ausgewertet. Wir präsentieren diese Daten im Kontext mit epidemiologischen Daten (Inzidenz und Mortalität) für die Bundesrepublik Deutschland und den Freistaat Sachsen.

Die Auswertungen enthalten die Daten der gemeldeten Fälle von Patienten mit dem aktuellen Wohnort innerhalb des Einzugsbereichs des Regionalen Klinischen Krebsregisters Dresden.

Die Diagramme zeigen diagnostische Klassifikationen und Übersichten über die Primärtherapie.

Neben den genannten Verteilungen wurden die beobachteten und relativen Überlebensraten für die gesamte Stichprobe sowie relative Überlebensraten für wichtige diagnostische Klassifikationsmerkmale berechnet.

1) Quelle der epidemiologischen Daten

Die epidemiologischen Daten für Deutschland wurden von der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (RKI) publiziert.

Die Daten zur Inzidenz und Mortalität stammen vom Gemeinsamen Krebsregister (GKR) Berlin und die Sterbetafeln für Sachsen vom Statistischen Landesamt Sachsen.

2) Quelle der RKKRD-Daten

Diese Daten stammen aus Tumormeldungen oder sonstigen Mitteilungen behandelnder Ärzte, die im KKR als elektronische Meldungen oder in Papierform eingehen, aus Kopien histologischer Befunde oder Recherchen. Außerdem werden Angaben zum Vitalstatus über Meldeämter oder das GKR erhoben.

In die vorliegenden Auswertungen wurden alle im RKKRD registrierten Neuerkrankungen der ausgewiesenen Tumorlokalisationen ab 1996, mit Wohnort des Patienten in der Region des Regionalen Krebsregisters Dresden einbezogen.

Der Einzugsbereich umfasst die kreisfreie Stadt Dresden, die Landkreise Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und die Hälfte des Landkreises Bautzen (führende Postleitzahl „01“).

Kreis/Stadt Gesamt männlich weiblich
Stadt Dresden 536 618 265 611 271 007
Landkreis Meißen 243 712 119 847 123 865
Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 245 696 121 270 124 426
Landkreis Bautzen (50 %) 152 952   75 383   77 541
Gesamt 1 178 951
582 111 596 840

Tabelle: Zahl der bis zum 31.12.2015 zum Einzugsbereich des RKKRD gehörenden Einwohner nach Kreisen, Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Stand: 30.05.2015

Seit dem 01.01.2016 hat sich das Einzugsgebiet des Regionalen Klinischen Krebsregisters Dresden um das ostsächsische Gebiet vergrößert.

Tabelle: Zahl der dem RKKRD gemeldeten Neuerkrankungen nach altem Einzugsgebiet (bis 2015), Gebiet Ostsachsen (ab 2016 zum EZG gehörig) und von zum Einzugsgebiet gehörigen Ärzten und Kliniken gemeldeten Patienten mit Wohnort außerhalb des Einzugsgebietes (Stand: 14.02.2017)

Der Einzugsbereich umfasst jetzt den Bereich der Ortskennzahlen 146…, was etwa dem PLZ-Gebiet 01 und 02 in Sachsen entspricht.

KREIS/STADT GESAMT MÄNNLICH WEIBLICH
Stadt Dresden 543 825 270 410 273 415
Landkreis Meißen 245 244 121 132 124 112
Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 247 412 122 565 124 847
Landkreis Bautzen 306 273   151 349   154 924
Landkreis Görlitz 260 000   127 325   132 675
Gesamt 1 602 754
792 781 809 973

Tabelle: Zahl der ab dem 01.01.2016 zum Einzugsbereich des RKKRD gehörenden Einwohner nach Kreisen, Quelle: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, Stand: 31.12.2015, Gebietsstand: 31.12.2015

3) Deskriptive Datenanalyse

Die Diagramme zur zeitlichen Entwicklung der Fallzahlen, sowie der Verteilung gemäß der Prognosefaktoren und der Primärtherapie werden mit dem Statistiksystem SPSS erstellt.

„k.A.“ bedeutet, dass die Tumormeldungen zum vorgestellten Merkmal keine Angaben enthalten (z. B. TNM) oder Verlaufsmeldungen fehlen (z. B. durchgeführte Therapien).
Die T-, N- und M-Kategorien beinhalten das pTNM, bei neoadjuvanter Therapie das cTNM.

 4) Überlebensanalyse

Eingeschlossen werden alle registrierten Neuerkrankungen. Bei Patienten mit mehreren Tumoren wird nur der erste Tumor berücksichtigt.

Die Schätzung der Überlebenszeit mit dem Kaplan-Meier-Verfahren im Kohortenansatz erfolgt mit dem Statistikprogramm SAS. Die Bestimmung des relativen Überlebens erfolgt  mit dem Ederer II-Verfahren. Durch die Berechnung des relativen Überlebens wird die Alters- und Geschlechtsstruktur der Patientengruppe berücksichtigt. Hierbei wird das Überleben der Erkrankten ins Verhältnis zur Sterblichkeit der sächsischen Bevölkerung gleichen Alters und Geschlechts gesetzt. Dieser Ausgleich des natürlichen Versterbens ermöglicht die Schätzung des tumorspezifischen Überlebens. Das verwendete Programm wurde von Dr. Olaf Schoffer auf Basis des Programms RSURV entwickelt.

Bei Tumoren mit hohem Anteil fehlender TNM-Angaben wurden zur Orientierung separate Überlebenskurven der „k.A.-Fälle“ berechnet.

Weiterführende Literatur: Schoffer O., Niedostatek A., Klug S.J. Estimation of Relative Survival Based on Cancer Registry Data. Review of Bioinformatics and Biometrics 2013; 2(4): 77-82.